Viele Menschen träumen davon, Moderator:in zu werden. Doch oft scheitert es an Mut und Selbstvertrauen. „Ich bin zu wenig charismatisch, zu schüchtern und zu ruhig“, heißt es immer wieder. Doch ruhig und besonnen zu sein, steht nicht im Konflikt zu einer herausragenden Moderation – ganz im Gegenteil!

Letztens sagte jemand zu mir: „Ich dachte, Du wärest so ein Mauerblümchen und war überrascht, dass Du hier heute moderieren sollst. Aber kaum warst Du auf der Bühne, da hat es ‚Bähm‘ gemacht und Du warst voll da.“

Ich musste lange über diese Aussage nachdenken. Und der Mensch hat wohl recht. Ich bin eher ruhig und unscheinbar, wenn ich zu Veranstaltungen komme. Ich bin nicht der charismatische Mensch, der sofort alle Blicke auf sich zieht. Und oft, wenn ich an der Event-Location ankomme, nimmt mich erstmal keiner wahr. Niemand rechnet damit, dass ich die Moderatorin bin.

Aber das hat nichts damit zu tun, ob ich eine gute Moderatorin bin oder nicht. Ganz im Gegenteil.

Moderator:innen dürfen introvertiert sein

Ich bin davon überzeugt, dass eine ruhige, besonnene Art sogar ganz besonders gute Moderationen hervorbringt. Menschen, die sich stets selbst in den Mittelpunkt stellen, werden selten dafür sorgen, dass andere Menschen zu Wort kommen, sich trauen und sich öffnen.

Klar, wer moderieren möchte, sollte sich trauen vor Menschen zu sprechen und sich auf die Bühne zu stellen. Aber das muss nicht marktschreierisch passieren.

Ich glaube, dass es mehr Moderator:innen braucht, die nicht sich selbst, sondern die Menschen und Geschichten in den Mittelpunkt stellen. Für eine:n Moderator:in ist es wichtig, dass er oder sie gut zuhören kann. Dass er oder sie Brücken schlagen und Geschichten aus Menschen herauskitzeln kann. Die Moderation sollte eine tolle Atmosphäre schaffen und die Zuhörenden mitnehmen. Das gilt ganz besonders für Podiumsdiskussionen (Hier finden Sie Tipps zur optimalen Vorbereitung von Paneldiskussionen).

Sensibilität als Mehrwert in der Moderation

Sensible Menschen bekommen mehr Zwischentöne mit. Sie merken, wenn ihr Gegenüber verunsichert ist, wenn er oder sie nicht die richtigen Worte findet. Sie merken, wenn ein Thema richtig spannend wird. Doch um all dies zu spüren, muss man sich selbst zurücknehmen und ruhig sowie konzentriert zuhören.

Dafür muss man nicht im Mittelpunkt stehen. Dort sollen die Menschen stehen, die interviewt werden, die Grußworte halten oder Keynotes.

Merken Sie sich also: Sie können privat ruhig und unscheinbar sein und trotzdem herausragend moderieren.